Aus dem Rundbrief Schönstatt-Osten Nr.2, September 2016

Überlegungen zur Zeitsituation Schönstatt - Islam

Seit den schweren terroristischen Attacken in Deutschland und Frankreich, mit vermutlichem oder tatsächlichem islamistischem Hintergrund, ist die Diskussion über die Beurteilung des Islam als Religion fast täglich in den Zeitungen präsent.

 

Was sagte Pater Kentenich allgemein über nicht christliche Religionen und was speziell über den Islam. Diese Zeitschrift (Rundbrief) hat bereits in der Nr 3-4/ 2001 darüber geschrieben, mit dem Titel “Pater Kentenich und der Islam”. Es fiel damals schon auf, dass es Gegenstimmen (gegen Kentenichs Beurteilung des Islam) gab und ich als Redakteur angegriffen wurde, dass ich so etwas von P. Kentenich publiziere (es werde “rüttelnde und schüttelnde Kämpfe” geben, schrieb er) und ich bei Vorträgen über den Islam (näherhin über seine Wurzeln) als Scharfmacher kritisiert wurde. Doch eine Frau sagte mir vor Jahren: “Pater Grill, vor 10 Jahren hätte ich das Ihnen noch nicht geglaubt”. Ein wichtiges Argument war und ist mir immer, die Wurzel unserer Religion des Christentums genau anzuschauen: Unser Religionsgründer hat keine Kriege geführt, anders als Mohammed, und bei allen deutlichen Worten der Entscheidung für Gott als Richter und als Gott der Liebe hat er zu Petrus gesagt, als er einmal mit Waffen kämpfen wollte: “Stecke dein Schwert in die Scheide.”  (Joh 18,12, Mt 26,52f).

 

Bei Pater Kentenich findet sich ein “Dreischritt” in seinen Erwägungen:

 

1. Der Islam wird erneut wach werden, was ihm an militärischer und politischer Kraft fehlt, wird er “durch starke Inbrunst des Herzens” ersetzen. - Manche deuten das als “Minderwertigkeitskomplex”, der zu irrationalen Handlungen des Hasses und des Kampfes führt. Man sieht das beim sog. “Islamischen Staat” mit seinen Grausamkeiten.

 

2. Es wird “rüttelnde und schüttelnde Kämpfe geben”. Wehe uns, wenn wir als Christen unseren Standpunkt der christlichen Botschaft der Gottes- und Nächstenliebe aufgeben. Das zeigt sich oft in Redewendungen wie, wir Christen hätten auch Religionskriege und Kreuzzüge geführt. - Dazu muß man sagen, unser Religionsstifter hat nicht Kriege geführt, doch  wir Christen haben seine Botschaft der Liebe nicht immer festgehalten. Die Kreuzzüge waren als “Rückeroberung des Hl. Grabes des Heilandes” gesehen, brachten aber auch viel Unchristliches mit sich. - Wehe, so Pater Kentenich, wenn wir unsere christliche Werbekraft und unsere reinrassige christliche Art verlieren. “Das darf bei uns nicht geschehen...”

 

3. Große Aufgaben stehen vor uns. Wenn wir unseren christlichen Glaubensgeheimnissen treu bleiben, gemeint besonders an Christus und mit ihm an seiner Mutter Maria frommgläubig festhalten, dann überwinden wir alle Schwierigkeiten im Geisteskampf unserer Zeit. Pater Kentenich nennt  dazu das Glaubenswort aus der Spiritualität der Schönstattbewegung “Mater habebit curam” (die Gottesmutter wird sorgen). Dann zitiert er aus einer Predigt von Bischof Graber (1964): Wie oft hat Maria ... Europa gerettet.

 

Diese prophetisch erscheinenden Worte von Pater Kentenich sind Aufruf zu einem lebendigen Glauben an Christus im Liebesbündnis mit Maria, seiner Mutter.

 

(Hinweis: Die Aussagen Pater Kentenichs zu Islam und asiatischen Religionen finden sich im Buch: Kentenich Josef, Texte zur Ostsendung, 283 Seiten, Seite 168 - 172 und S. 158 und 22f . - Dieses Buch kam im Patris Verlag 1991 heraus, ist aber auch im Ostsekretariat in Schönstatt und in manchen Antiquariaten erhältlich (siehe ZVAB )

 

Hinweise:

Der Rundbrief “Schönstatt-Osten”findet sich ab 2004 bis 2014 zum Nachlesen in Internet bei: http://grill-ostzeitsschrift2004bis2007.blogspot.de und http://grill1.blogspot.de/ und http://grill2012.blogspot.de

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